Hochbegabte Migranten: häufig unerkannt

geschrieben von cremeraltgeld | 20 Apr, 2008

Tanzende Frau mit Mann Ralf Voigt

Foto: www.ralf-voigt.com

(imi). Von hochbegabten Migranten merkt man an deutschen Schulen wenig. Fällt ein junger Migrant – meist aber Migrantin – durch weit überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit auf, scheint er oder sie den Lehrern wie eine Sternschnuppe vom Himmel gefallen zu sein. Dr. Ulrich Raiser von der Humboldt-Universität Berlin erklärt dieses Phänomen mit einer „Leerstelle in der deutschen Bildungsforschung“.

Der Soziologe lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin Bildungssoziologie und Migrationssoziologie. „Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssystem – es gibt sie doch“ hatte er seine Dissertation 2007 überschrieben und damit begonnen, die „Leerstelle“ zu füllen. Sein Fazit: Das Geheimnis bildungserfolgreicher Migranten liegt darin, wie Kinder und Eltern ihre Migrationserfahrungen bewerten.

Kaum wissenschaftliche Forschung

„Viele Migranten der ersten Generation konnten ihren Traum von einem besseren Leben in Deutschland nicht verwirklichen. Die einen haben resigniert und dies auch auf die nachwachsende Generation übertragen, andere haben ihren Traum an ihre Kinder weitergegeben. Diese sollen ihn zu Ende bringen. Und dazu gehört ein hoher Bildungsabschluss.“ Der Soziologe erläutert weiter: „Diese kollektive Vision ist für Einwanderungsländer übrigens ganz wichtig. Länder wie die USA leben davon, dass die Menschen eine Möglichkeit sehen, weiterzukommen – also vom Tellerwäscher zum Millionär.“

Dr. Dursun Tan, Sozialwissenschaftler an der Universität Oldenburg, spricht vom „Schatten des defizitären Blicks“ und bedauert ebenso wie Raiser, dass deutsche Forschungen zu den Begabungen von Migranten wenig hergeben. Beide Wissenschaftler betonen, dass besonders begabte Kinder sehr davon abhängig sind, ob Eltern und Lehrer ihre Begabung und ihre Eigenheiten erkennen und wie einfühlsam sie damit umgehen.

Dursun Tan: „Die Wahrscheinlichkeit, Begabungen zu erkennen, ist bei Kindern ohne Migrationshintergrund weitaus größer als bei Kindern mit Migrationshintergrund. Diesen wird häufig kollektive Vision ist für Einwanderungsländer übrigens ganz wichtig. Länder wie die USA leben davon, dass die Menschen eine Möglichkeit sehen, weiterzukommen – also vom Tellerwäscher zum Millionär.“

Quelle und weitere Informationen Hochbegabte Migranten: häufig unerkanntHochbegabte Migrantenhttp://www.klett-pressebox.de/sixcms/media.php/273/KTD_41_3-4.pdf


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